Fahrtenbuch –> strenge Anforderungen

erstellt am 24.12.2006 von Harald Miltz

Immer wieder machen Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen nutzen und Unternehmer mit ihren betrieblichen Fahrzeugen eine böse Überraschung. Das Finanzamt stuft das Fahrtenbuch als unzulässig ein und schätzt die zu versteuernden Vorteile aus der Privatnutzung. Die Oberfinanzdirektion Koblenz hat in einer Verfügung die wichtigsten Spielregeln bei der Führung eines Fahrtenbuchs erneut zusammengestellt (OFD Koblenz, Verfügung v. 16.5.2006, Az. S 2177/S 2334 A – St 31).

Führen Sie ein Fahrtenbuch, weil Sie Ihren Firmenwagen kaum nennenswert privat nutzen, wird das Finanzamt Ihre Aufzeichnungen besonders kritisch unter die Lupe nehmen. Um die steuerliche Berücksichtigung des Fahrtenbuches nicht zu gefährden, sollten Sie folgende grundlegenden Urteile des Bundesfinanzhofs kennen:





1. Excel-Datei




Wer seine zurück gelegten Fahrten in einer Excel-Datei aufzeichnet, hat keine Chance, dass das Finanzamt diese Aufzeichnungen als Fahrtenbuch akzeptiert. Ein Fahrtenbuch in elektronischer Form muss gewährleisten, dass nachträglich keine Veränderungen mehr vorgenommen werden können (BFH, Urteil v. 16.11.2005, Az. VI R 64/04).




2. Schätzung des Privatanteils




Die bloße Schätzung der Privatnutzung akzeptiert das Finanzamt nicht. Ohne Fahrtenbuch bemisst sich die Privatnutzung nach der 1%-Regelung, wonach 1 % des inländischen Listenpreises monatlich versteuert werden muss.






3. Formelle Voraussetzung




Ein Fahrtenbuch muss außerdem zeitnah und lückenlos geführt werden. Die zu erfassenden Fahrten müssen also vollständig aufgezeichnet werden. Fehlen mehrere Einträge, greift wieder die 1%-Regelung (BFH, Urteil v. 9.11.2005, Az. VI R 27/05).